In den vergangenen 3 Jahren haben wir uns sehr intensiv mit dem 6-streifigen Ausbau der Autobahn A 8 auseinandergesetzt. Verwaltung, Gemeinderat,  Bürgerinitiative, die Land- und Forstwirtschaft aber auch Privatpersonen waren allesamt damit beschäftigt, das Bestmögliche für Elchingen zu erreichen.

Der Planfeststellungsbeschluss erging auf der heute gültigen Rechtsprechung. Leider nicht mehr, aber auch nicht weniger. Bei einem Vorhaben dieser Größenordnung wird nur sehr schwer eine Zufriedenheit aller erreicht. Die Autobahnen werden auch weiterhin unsere Gemeinde belasten, egal wieviel Lärmschutz wir bekommen.

Wir hätten uns mehr erwünscht, speziell in Bezug auf den Lärmschutz. Wir hätten uns gewünscht, dass der Lärmschutz mit der neuen Berechnungsmethode erfolgt und auch die neuen Grenzwerte zugrunde gelegt wären

Bei aller verständlichen Enttäuschung dürfen wir aber die Erfolge nicht vergessen. Ein Dank geht an unsere Bürgerinitiative, die viel Zeit, Arbeit, Engagement und Herzblut investiert hat. Aber auch ein besonderer Dank an unseren Bürgermeister und an die Verwaltung. Dank auch an unsere Kollegen im Gemeinderat. Jeder hat den Kontakt zu seinen Vertretern in der Landes- und Bundespolitik gesucht und GEMEINSAM haben wir alle versucht, das Bestmögliche für Elchingen zu erreichen!

Ein herzliches Dankeschön auch an den Bauernverband, der in Fragen der Landwirtschaft beratend und unterstützend tätig war.  …..

In vielen Besprechungen und Anträgen wurde im regen Austausch mit der Autobahndirektion doch einiges erreicht. Hier denke ich an die Kostenerstattung und Ablösevereinbarung mit dem Bund bzgl. des Deisenbaches und die Niederschlagswasser-Ableitung zur Donau. Im Bereich der PWC_Anlagen wird zumindest durch einen Grünstreifen mit Bäumen und Sträuchern die Emissionsbelastung reduziert.

In den Gesprächen im Vorfeld wurde beschlossen, dass durch die Reduzierung der integrierten Grünflächen  eine Verkleinerung der Gesamtfläche des Parkplatzes erreicht werden und so wertvolle landwirtschaftliche Ackerflächen erhalten werden kann.

Die Unterführung am Leiliweg bleibt für Landwirtschaft und Freizeitaktivitäten erhalten.

Der östliche Feldweg von der Biogasanlage bis zum Göttinger Weg wird im Zuge des Bauvorhabens A8 für den landwirtschaftlichen Verkehr ausgebaut. Dadurch bietet sich ein Alternativweg, da die Autobahnbrücke in Oberelchingen gesperrt wird.

Eine Zerstückelung der landwirtschaftlichen Flächen konnte durch minimale Planveränderung teilweise umgangen werden.

Durch gezielte Entwässerungsmaßnahmen ist es möglich, eine Vernässung der nördlich gelegenen Ackerflächen weitgehend zu verhindern.

Weiterhin ist es für Fußgänger und Radfahrer erlaubt, die Autobahnbrücke in Oberelchingen zu passieren.

Hier hat die Autobahndirektion im Rahmen ihrer Möglichkeiten doch ein maximales Entgegenkommen gezeigt. Leider konnten wir uns in der Höherstufung der alten Autobahn nicht durchsetzen und müssen weiter um eine Lösung suchen.

Wir dürfen nicht vergessen, dass Unterelchingen mit Sicherheit eine Verbesserung des Lärmschutzes bekommt. Bisher ist ein Lärmschutz so gut wie nicht vorhanden. Und diese Problematik sieht die Autobahndirektion genauso. Unser Wunsch, auch einen Lärmschutz für die A 7 scheiterte einfach an den Vorgaben für die Autobahndirektion, die nur die A 8 planen durften. So unverständlich das für uns Bürger ist, aber so ist die Rechtsprechung.

Es bleibt zu hoffen, dass die Entwicklung von neuen Technologien, der E-Mobilität, die Verbesserung der Aerodynamik und die Verschärfung von Grenzwerten bei Fahrzeugen ebenfalls zu einer Minderung von Lärm führt.

Aus den Unterlagen, die uns im Zuge des Ausbaus zugänglich wurden, wissen wir aber auch, dass die Autobahn A 7 erheblich zur Lärmbelastung von Elchingen beiträgt. Ein Lärmschutz entlang der Autobahn A 7 ist daher für Unterelchingen extrem wichtig. Dafür müssen wir weiter kämpfen und Druck auf die Landes- und Bundespolitik ausüben.

Unterelchingen braucht mehr Lärmschutz!

Auch sollten wir uns für ein Tempolimit im Bereich und auf den Zufahrten zum Elchinger Kreuz einsetzen. Wir denken, dass mit diesen 2 Punkten, mittelfristig ein Tempolimit auf 120 km/h und langfristig ein Lärmschutz für Unterelchingen an der A 7, noch Möglichkeiten sind, um die Belastungen durch die Autobahnen für unsere Gemeinde zu minimieren.

Die Gemeinde Elchingen steht vor großen Herausforderungen:

der Feuerwehrhausneubau in Unterelchingen, der Trinkwasserhochbehälter in Oberelchingen oder der Regenwasserableitungskanal Richtung Donau müssen in den nächsten Jahren realisiert werden. Durch diese Pflichtaufgaben wird die Prokopf - Verschuldung in Elchingen überdurchschnittlich stark ansteigen. Zudem stehen wir einer Corona - Pandemie gegenüber, bei der wir noch nicht genau abschätzen können, wie sie unsere Gemeindefinanzen treffen wird.

In Zukunft muss noch genauer abgewogen werden, was Wünschenswert und was tatsächlich finanziell machbar ist. Die Kunst ist es, zu sparen und trotzdem eine attraktive Gemeinde zu bleiben.

Die vertiefende Haushaltsbesprechung vom 01.12.2020 mit den anderen Fraktionsvorsitzenden bzw. deren Stellvertretern hat gezeigt, dass quer durch alle Fraktionen der Ernst der Lage erkannt wurde.

An erster Stelle sind für uns FREIE WÄHLER die Kindergärten und Schulen, die wir auf einem hohen Niveau halten wollen. Kinderbetreuung und Bildung ist für uns Zukunft. Auch die Optimierung des ÖPNVs sowie die Digitalisierung, aber auch die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sind weitere wichtige Punkte, die wir nicht vernachlässigen dürfen.

Alle diese genannten Punkte sehen wir in dem Haushaltsplan berücksichtigt. Für den Planungszeitraum 2021 bis 2024 können zwar durchweg Zuführungen in den Vermögenshaushalt von Insgesamt 8,8 Mio. Euro verzeichnet werden, dem gegenüber stehen aber 28,4 Mio. Euro an Investitionen, die fast zur Hälfte aus Krediten finanziert werden müssen. Diese Entwicklung sehen wir von den FREIEN WÄHLERN als sehr besorgniserregend, schränkt sie doch die zukünftige Handlungs- und Leistungsfähigkeit unserer Gemeinde enorm ein.

Dem muss entgegengewirkt werden!

Wir werden uns darauf einstellen, dass wir bei künftigen Vorhaben und Investitionen auf liebgewonnenes aus der Vergangenheit verzichten und neue Betätigungsfelder der Gemeinde nochmals überdacht werden müssen. Unser Ziel wird es sein, bestehende Strukturen, Aufgaben und Prozesse in unserer Gemeinde zu hinterfragen, zu prüfen und ggf. zu optimieren. Nur so kann eine Konsolidierung unseres Haushalts gelingen. Wir müssen uns mehr auf unsere Kernfelder beschränken.

Große Hoffnung setzen wir in unser neues Gewerbegebiet, das wir mit entsprechendem Hochdruck vorantreiben werden. Wir wünschen uns neue Betriebe, die Einnahmen für die Gemeinde generieren und wohnortnahe Arbeitsplätze schaffen.